| |
19
225 Prozent. Um die Durchführung des Feuerüberfalls gewährleisten zu können, war Mobil
i-
tät ein zentraler Faktor. Langlois stand im Banne einer uralten militärischen Denktradition.
Man erhöht die Wirkung durch Steigerung der eingesetzten Mittel. Die Wichtigkeit des
Schnellschussverfahrens betont er nochmals in einem Artikel, den er 1908 in der Revue des
deux mondes veröffentlichte.
«Limportance de la rapidité du tir est restée longtemps méconnue. On la comprise
tout dabord dans linfanterie
»
64
Die Umstellung auf das Massenfeuer war eine der Hauptanforderungen von Langlois gewe-
sen. Die preussische Armee hatte dieses Verfahren schon Jahre zuvor eingeführt, allerdings
ohne die Möglichkeit der schnellen Schussfolge. Für Langlois hatte das Gefecht bis zur Ei n-
führung des rauchlosen Pulvers immer aus 4 Phasen bestanden, wobei die erste Phase das A r-
tillerieduell war.65 Dabei bekämpften sich die gegnerischen Artillerien, um die Feuerüberl e-
genheit zu erringen, und anschliessend das Feuer auf die feindliche Infanterie zu konzen-
trieren. Da es nun um einiges schwieriger geworden war, den in versteckten Stellungen lie-
genden Feind auszumachen, erschwerte sich die Gefechtsaufnahme wesentlich. Man gelangte
zu der Auffassung, das Infanterie- und Artilleriekampf keine von einander getrennten Akte
sein sollten, sondern zeitgleich koordiniert.66 Die Artillerie sollte den Angriff der Infanterie
vorbereiten. Langlois vermutete, dass der Schlüssel zum guten Unterstützungsfeuer in der
schnellfeuernden Kurzdistanz-Artillerie zu finden sei.67
4.2 Foch: die Aufgabe der Artillerie im Kampf
Auch bei Foch spielt das Artillerieduell noch eine wichtige Rolle. In erster Dringlichkeit mü s-
se die Artillerie beim Begegnungsgefecht zu Gunsten der Vorhut eingesetzt werden, indem
man die feindlichen Geschütze zum Schweigen bringt. Die Erringung der Feuerüberlegenheit
erfordert laut Foch eine zahlenmässige Überlegenheit an Mitteln.68 In Des principes de la
guerre behandelt Foch vor allem die Zusammenarbeit von Infanterie und Artillerie. Er geht
damit noch einen Schritt weiter als Langlois, der sich zumeist auf die Strategie des Artillerie-
64
Langlois Hippolyte: Levolution de lartillerie et ses consequences. In: Revue des deux mondes. Paris 1908. S.721.
65
Ripperger: Artillerie for the Offensive. S. 600.
66
Storz: Kriegsbild und Rüstung. S. 67
67
Ripperger: Artillerie for the Offensive. S. 600.
68
Orelli: Marschall Foch. S. 25.
|  |
|
| |
|
|