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Die Stellung der Artillerie in der französischen Offensiv-Doktrin vor dem 1. Weltkrieg

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9 Krieg zwischen grossen Staaten für unmöglich, ja sogar für selbstmörderisch hielt. 19 Blochs Buch ist als ein Beitrag zur antimilitaristischen Bewegung zu verstehen. Der Geschäftsmann sah den Krieg nicht nur von seiner taktischen Seite. Vielmehr sah er Krieg als einen Kampf zwischen zwei Gesellschaften. So ging Bloch den Fragen nach, ob den die Vervollkommnung der Waffen nicht eine direkte Unmöglichkeit des Kriegführens geschaffen habe, zumindest in jenen Ländern, in denen die wachsende Kultur den Lebenswert stark verbessert hatte.20 In den Augen der meisten Militärs war Bloch ein Pessimist. Besonders in seiner Beschreibung des zukünftigen Schlachtfeldes stand er im Gegensatz zum gerade wieder aufkeimenden Glauben an die Offensive in Frankreich. Bloch war der Auffassung, das sich der nächste Krieg dadurch auszeichnen werde, dass die Soldaten, auf der Flucht vor dem übermächtigen Feuer des Ge  g- ners, immer mehr auf Schutz bringende Deckung angewiesen wären. Der Spaten, urteilte Bloch, werde für den Wehrmann bald ebenso wichtig sein wie das Gewehr.21 Verantwortlich für diese Entwicklung machte er nicht zuletzt die Artillerie, deren grosse Reichweite ein off e- nes Schlachtfeld verunmöglichte. Zumindest in diesen Punkten sollte Bloch, dessen Ansichten für seine Zeit revolutionär waren, recht behalten. Bloch liess es nicht bei einer Beschreibung des künftigen Schlachtfeldes bewenden. Er r e- flektierte auch über die vom Militär stets ignorierten sozialen ökonomischen Erschütterungen, welche ein Krieg mit sich bringen würde. Bloch war sich sicher, dass ein solcher Krieg – e   i- ner zwischen zwei Gesellschaften – nicht rasch entschieden werden könne.22 Dies stand im totalen Gegensatz zu der Auffassung, die sich bei den europäischen Militärs gegen Ende des 19. Jahrhunderts herausgebildet hatte. Man erwartete einen kurzen Krieg. Schon in der ersten Schlacht könne alles entschieden werden.23 Die Militärs waren der A n- sicht, dass ein Krieg die Gesellschaft und die Industrie so stark auslasten werde, dass ein Nachschub an Soldaten und Material gar nicht so schnell möglich sei, wie es bei der Feue r- kraft der neuen Waffen nötig wäre. Diese Tatsache verunmöglichte in ihren Augen einen la    n- gen Krieg.                                                        19 Howard: Expectations of war. S. 41. 20       Storz Dieter: Kriegsbild und Rüstung vor 1914. Europäische Landstreitkräfte vor dem 1. Weltkrieg. Herford,
Berlin, Bonn 1992. S. 43.
21 Howard: Expectations of war. S. 42. 22 Storz: Kriegsbild und Rüstung.   S. 44. 23 House: The decisive attack. S. 164.
  
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